Dellbrügge & de Moll

Das Monumentale ist meine Krankheit.

Laufzeit
18.09. – 18.10.2015

Performance
18.09. – 02.10.2015, täglich 16:00

Ort
Maria-Theresia-Allee 1, Nähe Paulustor, 8010 Graz
hinter dem Ehren- und Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege

Publikation
Es erscheint ein Buch
mit einem Essay von Dellbrügge & de Moll,
Quellentexten und Architekturzeichnungen
132 Seiten, fest gebunden, Fadenheftung mit Leseband, 10,00 €
ISBN 978-3-902-09572-5

Wir befragen auf Einladung des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark die Bedingungen von Kunst und das Verhältnis von Kunst und Macht. Ausgangspunkt ist der Fall des NS-Staatsateliers Arno Breker in Berlin, wo wir  von 2001 bis 2009 arbeiteten.
Der Lieblingsbildhauer Hitlers hatte 1938 den Auftrag erhalten, die geplante Welthauptstadt Germania mit monumentalen Skulpturen auszustatten. Das katapultierte ihn in die Position des bestbezahlten und einflussreichsten Künstlers des Dritten Reichs. In diesem Zusammenhang entstand auf Wunsch des Führers für Breker ein repräsentatives Staatsatelier. Hier übersetzte der Dekorateur der Macht die nationalsozialistische Ideologie in ein Bildprogramm. Das jahrzehntelange Beschweigen und die aktuelle Überschreibung seiner Geschichte nehmen wir zum Anlass, um zu seinen nationalsozialistischen Wurzeln zurückzugehen, den Kontinuitäten in die Gegenwart zu folgen und die Quellen sprechen zu lassen. In Graz, einst von Hitler mit dem Ehrentitel »Stadt der Volkserhebung« ausgezeichnet, finden wir einen Resonanzraum.
Hinter dem Ehren- und Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege von Alexander Silveri inszenieren wir Belege unserer Recherche. An diesem Schauplatz unternehmen wir eine Reise in den Sprachraum des Dritten Reichs. Kunst spielte für das Selbstverständnis der NS-Diktatur eine heute kaum noch vorstellbare zentrale politische Rolle. Dem Sprechen über Kunst kommt eine Schlüsselbedeutung zu. Wir lassen Akteure Worte von Protagonisten des Dritten Reichs in den Mund nehmen und überprüfen die Wirkung des vernehmlich ausgesprochenen Worts im öffentlichen Raum.